FÖRDER- UND FORDERKONZEPT

FÖRDER- UND FORDERKONZEPT der HEIDESCHULE SCHWANEWEDE

Die Förderung von Kindern im Rahmen der besonderen Förderung und mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen des Regionalen Integrationskonzeptes (RIK) an der Heideschule, Schwanewede; Stand 23. 6. 2011, beschlossen auf der GK vom 28.06.2011)

Unser Ziel ist es, unseren Schülerinnen und Schülern durch verschiedene Förderangebote und unter Berücksichtigung ihrer individuellen Lernausgangslage die Erfüllung der Regelstandards zu ermöglichen.

Zudem wollen wir sie unterstützen, ihre kognitiven Ressourcen optimal einzusetzen  und ihre Persönlichkeitsentwicklung zu stärken.

Neben binnendifferenzierenden Methoden wie offenem Unterricht, Stationenlernen und unterrichtsbegleitender individueller Einzelförderung fördern und fordern wir unsere Schüler nach dem folgenden, verbindlichen Konzept:

Fördern an der Heideschule

Zum Schuljahr 2005/06 wurde in Zusammenarbeit mit dem Förderzentrum Dammschule für die Grundschulen im Bereich der Gemeinde Schwanewede das Regionale Integrationskonzept (RIK) eingeführt.

Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf  möglichst frühzeitig und nachhaltig in ihrer kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklung so zu fördern, dass sie in ihrer Klassengemein-schaft die für sie relevanten Ziele erreichen können.

Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem oder vermutetem sonderpäda-gogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen und Sprache können abhängig von der jeweiligen schulischen Situation sowohl innerhalb eines Jahrgangs in einer RIK-Klasse (Schwerpunktklasse) zusammengefasst werden als auch nach individuellen und pädagogischen Gesichtspunkten in den Klassen aufgeteilt werden.

Mehr als ein Schüler/in  mit Förderbedarf im Bereich emotionale und soziale Entwicklung soll möglichst nicht innerhalb eines Klassenverbandes beschult werden. Entscheidungen der Klassenzusammensetzung werden individuell nach pädagogischen Erfordernissen gefällt.

  • 1. Die im Rahmen des RIK zur Verfügung stehenden Förderlehrerstunden werden zu einem großen Teil für die RIK – Klasse(n)/ RIK- Kinder  eingeplant.
  • 2. Klassen-, Fachlehrkraft und Förderlehrkraft koordinieren und gestalten die Förderung in gemeinsamer Absprache im Team. Abhängig von der Stundenversorgung der Schule soll die Klassenlehrkraft dazu nach Möglichkeit zusätzliche Beratungszeit erhalten.
  • 3. Die Förderlehrkraft ist verantwortlich für das Unterrichtsmaterial der Förderkinder. Zeugnisse formulieren Klassen-, Fachlehrkraft und Förderlehrkraft gemeinsam.
  • 4. Im Sinne der Prävention kann die Förderlehrkraft auch in Klein-gruppen, Halbgruppen, Einzelförderung oder in Doppelbesetzung die Kompetenzen von Schülern helfen zu stärken. Somit gehen auch Förderstunden in den Schulkindergarten.
  • 5. Die Arbeit in einer RIK –  oder auch Integrationsklasse (s. Konzept Integrationsklasse) soll nach Möglichkeit durch eine geringere Klassengröße und die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen bei der Ausstattung der Klasse und bei der Fortbildung der Lehrkräfte unterstützt werden.
  • 6. Klassenlehrkräfte, Fachlehrer und Förderlehrer aller RIK – Klassen oder RIK – Kinder evaluieren ihre Arbeit regelmäßig in mindestens einer RIK – Konferenz  je Schuljahr.

Die Förderung der Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischen Förder-bedarf bezieht sich zunächst auf die Förderpläne, die  im Rahmen des Gut-achtens erstellt werden. Halbjährlich (Herbst und Frühling) werden die Förderpläne aktualisiert. Diese erweiterten „Förderpläne RIK“ werden in der Regel gemeinsam mit den zuständigen Lehrpersonen erstellt und ersetzen den regulären Förderplan.

Die Zeugniskonferenz berät über den weiteren Status des Kindes (Aufhebung oder Bestand des Förderbedarfs). So richtet sich die Art, Anzahl der Stunden  und die Schwerpunktsetzung der Förderstunden nach dem individuellen Bedarf der SchülerInnen und ist im Laufe des Schuljahres dynamisch zu halten.

Über die Förderung von Kindern mit Gutachten hinaus beraten die Förder-schulkollegInnen die GrundschulkollegInnen sowohl im Schulkindergarten als auch in allen anderen Klassen. Im Weiteren übernehmen sie Kleingruppen im Sinne der Prävention und beraten sowohl bei Schuleingangsgesprächen als auch bei Schuleingangsuntersuchungen (Mirola, o.ä.)und in der Lernstands-diagnostik. In Absprache mit den FachlehrerInnen kann auch die besondere Förderung von Förderschullehrerinnen übernommen werden.

Geraten einzelne Schüler trotz Förderung in den Bereich der Lernbehinderung, ist ein Wechsel in die entsprechende RIK – Klasse, (wenn vorhanden), in Absprache mit den Erziehungsberechtigten vorzuziehen.

Die FörderschulkollegInnen nehmen an Schulveranstaltungen, Konferenzen, Elternsprechtagen, Elterngesprächen und Fortbildungen, etc. teil.

Sie stehen in Kontakt zu weiterführenden Schulen, zur Jugendhilfe, medizinischen und diagnostischen Einrichtungen, wie Kinderzentrum, St. Jürgenstraße, Gesundheitsamt OHZ, zu Begegnungsstätte, Kinderheim und Kindergärten und Theresienhaus, sowie zu Kinderärzten und anderen Einrichtungen, die das Kind betreffen.

„RIK“-Kinder, die zieldifferent unterrichtet werden, erhalten Textzeugnisse, die den Lernstand beschreiben und den Zusatz „…….wird (weiterhin) im RIK zieldifferent nach einem individuellen Förderplan unterrichtet…“ enthalten.

Zusätzlich zu den Zeugnissen werden mindestens zweimal im Schuljahr sowie nach Bedarf  Förderpläne erstellt.

Am Ende des 4. Schuljahres wird zusätzlich ein Kurzgutachten zum Übergang in die 5. Klasse erstellt.

Elterngespräche finden möglichst  2mal im Halbjahr, bei Bedarf auch häufiger statt.

Die Förderschulkraft ist im ständigen Kontakt zur Klassenlehrerin und zu allen beteiligten Kolleginnen der Grundschule.

Die Dokumentation der individuellen Lernstände wird  nach Absprache (s. S. 1 Punkt 2 vierteljährlich festgehalten und /oder nach Bedarf von der Förderschullehrkraft aktualisiert.

Die präventive Förderung im Schulkindergarten beinhaltet die Förderung der Kinder in Bezug auf ihre sozialen und kognitiven  Fähigkeiten und Fertigkeiten. Hier werden, nach Absprache mit der Leiterin, mit Mitteln der Psychomotorik, musiktherapeutischen Ansätzen und  Methoden der Wahrnehmungsförderung Gruppentrainings angeboten und kontinuierlich durchgeführt.

Schwerpunkte der sonderpädagogischen Förderung sind:

Sicherung des pränumerischen Bereiches,

Förderung der phonologischen Bewusstheit,

Einbeziehung möglichst vieler Sinne und Lernkanäle,

Analyse und Synthese sprachlicher Einheiten,

Sinnentnehmendes Lesen und Schreiben regelrecht,

Angebote zu alternativen Strategien und Materialien,

Problemanalyse und Berücksichtigung im Klassenverband,

Stärkung der sozialen Kompetenzen, wie Selbständigkeit, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen,

Ganzheitliche Sichtweise des Kindes als Voraussetzung unter Einbeziehung seines  gesamten Systems, wie Familie,  Klasse, Jugendhilfe etc.

Im Rahmen der sonderpädagogischen Grundversorgung sind auch Kinder mit dem Förderschwerpunkt „sozial-emotional“ zu fördern. Wenn möglich, sollen diese Kinder nicht in einer RIK-Klasse beschult werden, um eine Häufung auffälliger Kinder zu vermeiden. Zur Unterstützung der Klassenlehrkraft werden  schulische Beratungsangebote wie „OBUS“ und „PROZESS“ frühzeitig hinzugezogen, dabei unterstützt der Förderschullehrer beratend die Klassenlehrkraft. Die Förderschullehrkraft unterstützt in diesem Zusammenhang Klassen- und Fachlehrer und  kann integrativ im Klassenverbund, in Kleingruppen oder Einzelsituationen nach einem abgesprochenen Zielplan/ Konzept mit den betroffenen Kindern arbeiten.

Sprachfördermaßnahmen  in der Heideschule Schwanewede –

Stand: 7.12.2010

1. In der Heideschule  findet im Rahmen des RIK auch die sprachheil-pädagogische Beschulung von sprachauffälligen und sprachbehinderten Schülern statt. Es wird zielgleich und  integrativ in den Klassen, in Kleingruppen und in Einzelstunden gefördert, ebenso im Schulkindergarten. Prävention, Erfassung, Diagnose, Beratung und Kooperation mit den übrigen Grund-schulen gehören dazu. Eine Beratung von Eltern sprachauffälliger und sprach-behinderter Schüler findet statt.

2. Für Schüler mit Migrationshintergrund, die noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, werden  Sprachfördergruppen angeboten.

3. Jedes Jahr findet eine Sprachstandserhebung der 5jährigen Kinder statt. Diese Erhebung wird durchgeführt im Rahmen der Schuleingangs-untersuchung ein Jahr vor Schuleintritt. Danach erfolgt bei Bedarf eine entsprechende Förderung in den Kindertagesstätten. (s. gesetzliche Bestimmungen).

4. Für die Sprachförderung im Deutschunterricht besonders der Klassen 1 und 2 für die Phase des Lese- und Rechtschreiblehrgangs gibt es schulinterne Lehrerfortbildungen.

5. Es gibt eine fallbezogene Zusammenarbeit mit den entsprechenden Einrichtungen, Logopäden vor Ort, Sprachheilkindergarten Kramelheide, Sprachheilinternat Wilhelmshaven, Sprach- und Hörberatung des Gesund-heitsamtes OHZ,  Kinderzentrum im Zentralkrankenhaus St.Jürgen-Straße in Bremen, Tagesgruppe Ostlandstraße usw.

Fordern an der Heideschule

Um Schülerinnen und Schüler mit besonderen Stärken besser fordern zu können, bieten wir diesen Kindern an der Heideschule von der Teilnehmerzahl begrenzte, besondere Forderangebote in den Fächern Deutsch und Mathematik an. Hierzu zählt auch die Teilnahme an Wettwerben.

Darüber hinaus nutzen wir die Zuteilung zu einzelnen AG-Angeboten (siehe unter AG) ebenfalls unter dem Gesichtspunkt der Forderung, aber auch der Förderung (beispielsweise „Psychomotorik“ und „Sportförderunterricht“), um individuelle Stärken weiter zu entwickeln.